Brustkrebs
Die häufigste Krebserkrankung bei Frauen ist der Brustkrebs.
Etwa 25% der Brustkrebs – Erkrankungen treten vor dem 50. Lebensjahr auf
(dabei selten vor dem 30. Lebensjahr), die Hälfte der an Brustkrebs erkrankten sind zwischen 50 und 70 Jahre alt und bei Frauen über 70
Jahren finden sich die restlichen 25%. Auch bei Männern kommt es in seltenen Fällen zu
Brustkrebs
erkrankungen. Als Risikofaktoren, die die Entstehung des
Brustkrebs günstig
beeinflussen, gelten:
Wer nach einer operativen Entfernung eines Brustkrebs oder
einer Bestrahlungstherapie noch Zeit für die Wundheilung und die Regeneration im
Sinne einer sog. „Anschlussheilbehandlung“ (= AHB) benötigt, ist bei uns in
besten Händen. Aber auch wenn ein Brustkrebs selbst oder die Operation oder die Bestrahlung bleibende
Schäden hinterlassen haben – was je nach Lage des Brustkrebs nicht immer
vermeidbar ist -, sind wir in der Lage, eine sog. „Rehabilitationsmaßnahme“
durchzuführen: Sie werden von erfahrenen Therapeuten so geschult, dass durch
den Schaden verloren gegangene Fähigkeiten weitestgehend wiederhergestellt
werden können. Wo das nicht möglich ist, kümmern wir uns um
Hilfsmittelversorgung, z. B. Brustprothesen, und ggf. auch häusliche,
pflegerische Assistenz. Operation oder Bestrahlung waren zur
Behandlung des Brustkrebs nicht angezeigt, daher wurden Sie mit einer
Chemotherapie behandelt? Oder diese muss gar erst eingeleitet werden? Auch diese
Aufgabe gehört zu unseren täglichen Herausforderungen: Chemo-, Hormon-, und
Immunbehandlungen werden bei uns durchgeführt. Gerade bei bestehender Partnerschaft muss auch der Lebensgefährte oder die Lebensgefährtin in die Problematik einbezogen werden, die nach einer möglicherweise verstümmelnden Operation des Brustkrebs – die aber das Überleben ermöglicht – auftreten kann: Die Problematik im Umgang mit verloren gegangener Attraktivität und angegriffenem Selbstwertgefühl. Unsere Patientinnen nach der
Entfernung eines Brustkrebs wieder in ein seelisches Gleichgewicht zurückzuführen,
mit dem sie gut leben können, gehört zu unseren Kernkompetenzen. Eine
psychologische Betreuung gehört daher selbstverständlich zu unseren
Leistungen. Die Wiedereingliederung in den Beruf nach der Behandlung eines Brustkrebs ist ein ebenfalls wichtiges Thema: Gibt es am alten Arbeitsplatz Belastungen denen man sich besser nicht noch einmal aussetzen sollte? Wie werden die Kolleginnen und Kollegen sich verhalten? Verhindern Depressionen die Ausübung eines Berufs mit hohem Termindruck und intensiver mentaler Belastung? Auch das will geklärt sein. Hierbei
stehen wir Ihnen zur Seite. Mit dem Abschluss der unmittelbaren Therapie ist es noch nicht getan: Es müssen Verlaufskontrollen stattfinden und eine Nachsorge: Hat sich irgendwo eine vom Brustkrebs ausgehende Metastase versteckt? Treten erneut unklare Symptome auf, die auf eine neuerliche Brustkrebs - Erkrankung hinweisen? Die Probleme können vielfältig sein.
Unsere Türen stehen Ihnen daher noch Jahre nach der Behandlung offen. Auf uns können
Sie sich mit Ihren Sorgen uneingeschränkt verlassen.
Gibt
es Situationen, die einer Behandlung bei uns entgegenstehen? Ja, die gibt es: Notwendigkeit akuter
chirurgischer Intervention auch wegen anderer Erkrankungen. Eine laufende
Strahlentherapie oder andere, nicht-tumoröse Erkrankungen, deren Behandlung im
Vordergrund steht.
Was
möchten wir also erreichen: Ø
Förderung der allgemeinen Leistungsfähigkeit und körperliche und
seelische Stabilisierung Ø
Abbau von Funktionsdefiziten und Schulung von Ersatzfunktionen bei nicht
rückbildungsfähigen Störungen Ø
Förderung der Krankheitsbewältigung, emotionale Entlastung und
Stabilisierung, Verbesserung von Selbstwahrnehmung und Selbstakzeptanz Ø
Hilfestellung bei Neuorientierung und Förderung der Lebensqualität Ø
Informationsvermittlung und medizinische Beratung (onkologisch,
biologisch und naturheilkundlich), Planung der weiteren Behandlung Ø
Vorbereitung der beruflichen Wiedereingliederung und ggf. Einleitung
berufsfördernder Maßnahmen, Sozialberatung Ø
Reintegration in den beruflichen und privaten Alltag
Wir
gehen mit einer ausführlichen Diagnostik auf Ihre Probleme ein: Ø
Anamnese und vollständige körperliche Untersuchung unter Berücksichtigung
bereits vorhandener Befunde Ø
Statuserhebung (Leistungsfähigkeit, Belastbarkeit, Tumorstatus) Ø
Labordiagnostik inklusive spezifischer tumorassoziierter Parameter Ø
Falls für Behandlung oder Rehabilitation erforderlich:
a) fachärztliche gynäkologische
Untersuchung inklusive der zytologischen und mikrobiologischen Untersuchung von
Abstrichen, transabdominale und vaginale Sonografie
b) weitere internistische
Untersuchung durch Langzeit-EKG, Echokardiografie, Endoskopie, Sonografie,
Lungenfunktionsdiagnostik) Ø
Im Klinikverbund CT, NMR, Nuklearmedizin Ø
Bei speziellen Rehabilitationsfragen: psychologische Diagnostik
Therapieprogramm: Das
Therapiekonzept erfordert eine individuelle Anpassung und Schwerpunktsetzung
nach den Ergebnissen der Aufnahme- und Verlaufsuntersuchungen, die mit den
Patientinnen abgestimmt sein muss. Besondere Bedeutung hat dabei die enge
Zusammenarbeit und Koordination im therapeutischen Team: Ø Ärztliche Beratung und Erstellung, ggf. Überprüfung und Anpassung des Behandlungsplanes gemeinsam mit der Patientin
Ø
Abstimmung der Therapie mit Vor- und Nachbehandlern, Kliniken, Haus- und
Fachärzten Ø
Bei Bedarf Fortführung oder Einleitung der medikamentösen
Tumortherapie (Hormontherapie, Chemotherapie, Immuntherapie) einschließlich der
Behandlung therapie- und krankheitsspezifischer Komplikationen und alle Formen
der supportiven Palliativtherapie wie spezielle Schmerztherapie, spezielle Ernährungstherapien
und andere. Ø
Informationsvermittlung im persönlichen Gespräch, in Vorträgen und
Kursen über Fragen zur Tumorbehandlung, begleitenden naturheilkundlichen
Behandlungsverfahren, Ernährung, Sozialfragen, begleitenden
psychotherapeutischen Behandlungen Ø
Krankengymnastik in der Gruppe, ggf. Einzel-KG zur Schultermobilisation Ø
Komplexe physikalische Entstauungstherapie bei Lymphödem, entsprechende
Patientenschulung ggf. Veranlassung der Versorgung mit Maß-Kompressionsstrumpf
in Zusammenarbeit mit erfahrenem Bandagisten. Besonderer Wert wird auf Hinweise
zum richtigen Verhalten im Alltag gelegt (Belastbarkeit, Vermeidung schädigender
Faktoren wie Hitze, Überlastung u. a.) Ø
Hirnleistungstraining Ø
Allgemeines Ausdauertraining Ø
Gruppengymnastik zur Förderung der allgemeinen Beweglichkeit, Körperkontrolle,
Körperwahrnehmung und Haltungsschulung Ø
Beckenbodentraining Ø
Muskelaufbautraining Ø
Entspannungstraining (Muskelrelaxation nach Jacobson), Meditationen Ø
Psychotherapeutische Einzel – und Gruppengespräche Ø
Ergotherapie Ø
Partner- und Angehörigengespräche Ø
Kreative Therapieformen: Kunst- und Gestaltungstherapie, Musiktherapie,
Tanztherapie Ø
Sozialberatung und Beratung zur beruflichen Reintegration Ø
Klinikseelsorge Ø Gezielte Ernährungsberatung durch Diätassistentin oder Ökotrophologin einschließlich praktischer Erfahrung in der Lehrküche
Verlaufskontrollen
und Dokumentation: Ø
Ärztliche Dokumentation des Aufnahmegespräches, der Visiten und des
Entlassungsgespräches und der Untersuchungsbefunde sowie zusätzlicher
Patientenkontakte im Krankenblatt Ø
Dokumentation von Gelenkbeweglichkeit bei Bedarf nach
Neutral-Null-Methode bei Aufnahme und Entlassung, ggf. Zwischenbefund bei
Vorliegen einer Umfangsvermehrung der Beine
Ø
Ergotherapeutische Verlaufsdokumentation Ø
Dokumentation eines bestehenden Lymphödems an definierten Stellen Ø
Dokumentation der Belastbarkeit beim Ergometertraining und beim Sportgerätetraining,
regelmäßige Trainingsberatung durch Therapeuten Ø
Abschlußbericht und Empfehlungen für häusliche Weiterbehandlung durch
Therapeuten Ø
Bei Anwendungen in der Gruppe erfolgt bei besonderen Ereignissen und
Komplikationen die Information des zuständigen Stationsarztes und eine
individuelle Dokumentation. Ø
Psychologische Basisdokumentation, Verlaufs- und Abschlussdokumentation,
u. a. mit standardisierten Fragebögen, ggf. neuropsychologische Diagnostik im
Verlauf Ø
Bei besonderer Fragestellung auch Persönlichkeits- und
Leistungsdiagnostik
Bei
Entlassung: Ø
Ärztliches Abschlussgespräch und diagnoseorientierte Untersuchung,
Erhebung eines Abschlussbefundes, Erfassung des subjektiven und objektiven
Erfolges der Behandlung Ø
Erstellen eines ärztlichen Entlassungsberichtes nach den Vorgaben der
RV-Träger bzw. als standardisierter Entlassungsbericht, falls erforderlich vorläufiger
Entlassungsbericht, Weitergabe von Befundkopien und ggf. Röntgenbildern Ø
Empfehlungen zur ambulanten Weiterbehandlung, Diagnostik und
Substitutionstherapie in der Nachsorge Ø
Anregung von ambulanten Rehabilitationsmaßnahmen: z. B.
Reha-Sportgruppen, ambulante Psychotherapie Ø
Sozialmedizinische Beurteilung Ø
Empfehlungen zur beruflichen Reintegration, berufsfördernde Maßnahmen
und ggf. Umschulung Ø Hinweis auf Selbsthilfegruppen und Krebsberatungsstellen
Zur Klärung weiterer medizinischer Fragen und Behandlungs- bzw. Therapiemöglichkeiten steht Ihnen unser Chefarzt im persönlichen Gespräch gerne zur Verfügung. Bitte vereinbaren Sie zuvor einen Termin in unserer Privatambulanz.
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